Das Konzept
Die überwältigend positive Resonanz auf die Erfahrungen während der Dreharbeiten des Projekts SOUL BOY und die Begeisterung aller Beteiligten vor Ort bestätigten den schon früh gefassten Plan, aus dieser Idee ein nachhaltiges Projekt zu entwickeln, das jährlich aufs Neue an anderer Stelle in Kenia und Ostafrika mit dem kinointeressierten Nachwuchs Filme realisiert. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, einer Gruppe von jungen Talenten nahezubringen, wie Filmemachen in der Praxis aussieht – und einen Film entstehen zu lassen, der auch außerhalb der Ghettos Aufmerksamkeit und Interesse wecken kann.
Für unseren momentanen Aktionsradius in Kenia haben wir folgende Entwicklungsschritte vorläufig festgelegt:
Drehbuchentwicklung; In Zusammenarbeit mit der in Nairobi ansässigen Produktionsfirma Ginger Ink und dem Goethe-Institut Nairobi wird ein Aufruf zur Stoffeinreichung an verschiedene Film- und Medienwerkstätten sowie in die kenianischen Literaturzirkel gesendet. Aus den Einreichungen werden 10 Nachwuchsautoren ausgewählt, die im Rahmen eines Workshops von einem erfahrenen Mentor in Dramaturgie und Drehbuchentwicklung unterrichtet werden. Die in diesem Rahmen entstandenen Drehbücher stehen dann den Filmemachern zur Auswahl zur Verfügung.
Jährlich wechselnd soll ein erfahrener Filmemacher aus dem In- oder Ausland für das Projekt gewonnen werden. Im Idealfall entwickelt dieser in enger Zusammenarbeit mit dem Autor das Drehbuch und führt als „Supervisor“ gemeinsam mit einem lokalen Regie-Nachwuchskollegen den Film durch. Lokale Nachwuchsregisseure, die in kleinen Filmgruppen und in autodidaktischer Arbeit bereits erste kurze Filme realisiert haben, setzen unter Anleitung von erfahrenen Filmemachern aus Deutschland das gemeinsam entwickelte Drehbuch um.
Jedes Department wird mit einem erfahrenen Hauptverantwortlichen und mehreren Auszubildenden besetzt. Die Auszubildenden werden in alle kreativen und organisatorischen Schritte eingebunden, sollen selbstständig Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen – nur so kann
ihnen ein möglichst umfassender Einblick in die konkreten Anforderungen des Berufs ermöglicht werden.
In der Postproduktion betreut der lokal ansässige Nachwuchs-Regisseur den Schnitt, die Musik und die Vertonung gemeinsam mit Nachwuchstalenten aus der noch sehr kleinen Postproduktionsbranche. Vor der finalen Tonmischung reist der Nachwuchs-Regisseur gemeinsam mit dem auszubildenden Cutter des Films zum Heimatort des „Supervisor“-Filmemachers, um dort mit ihm und einem professionellen Cutter den Schnitt gemeinsam zu beenden.
Die Premiere des Films findet immer zuerst am Ursprungsort des Films statt – dann suchen wir ein geeignetes Festival für die offizielle Uraufführung.
Angestrebt wird die Verwertung im internationalen Kino-, DVD- und TV-Markt, diese wird sich von Projekt zu Projekt im jeweiligen Umfang modifizieren.